so, neues gibts.
Momentan bin ich nicht mehr in Reyes, sondern in San Borja, einer kleinen Stadt ebenfalls im Departamento Beni. Hier habe ich einen Link zu einer Karte von Beni, man kann es nicht perfekt erkennen, aber man sieht Reyes (noerdlich von Rurrenabaque) und weiter suedwestlich liegt San Borja. Ich weiss nicht genau die Entfernung, Luftlinie ist es nicht so weit, aber man sieht auch, dass die Strasse einen grossen Umweg macht, es geht da ueber ein Dorf namens Yucume und der Weg sind etwa 150 Kilometer.
http://www.amazoniabeni.com.bo/uploads_1573/beni/mapa/Mapa_del_Beni_1.jpg
Wir sind mit einem Minibus gefahren, ein kleiner Bus eben, in den etwa 8-9 Leute passen. Die Fahrt war ziemlich anstrengend, es war total heiss und nicht viel Platz. Die Strasse ist nicht asphaltiert und damit es ein wenig kuehlt, hatten wir natuerlich das Fenster offen, durch das dann aber der aufgewirbelte Staub von vorbeifahrenden Autos reinkommt und weil man sowieso geschwitzt ist klebts danns choen auf der Haut. Es holpert auch viel und alles in allem (mit Reifenpanne und Mittagsessenspause) hat die Fahrt 7 Stunden gedauert. Gefahren bin ich mit Yuyi und Paola und der kleinen Celeste, die alle hier urspruenglich aus dem Ort kommen: Hier wohnen wir bei der Familie, um die Fiesta von San Borja anzuschauen. JEdes Dorf / Stadt hat hier seine eigene Fiesta und das ist immer ne Riesengaudi, alle auf der Strasse mit viel Tanzen und Musik soweit ich das mitbekommen habe.
Basti, Paco und Tiziana (die mussten ja noch arbeiten bzw. in die Schule) sind dann vorgestern nachgekommen. Heute abend faengt die Fiesta an, auf der Plaza, also so der Hauptplatz in der Mitte eines jeden Dorfes, da stehen so Baenke und viele Baeume, sitzen immer Leute, wird dann Musik gespielt und aussenrum getanzt.
Die Woche, die ich hier ganz allein war, war einerseits ganz gut, ich habe die LEute besser kennen gelernt als wenn BAsti dabei war und war auch mehr auf mein SPanisch angewiesen, hab also mehr selber gesprochen. Andererseits war es auch schwierig, weil ich mich oft nicht recht aeussern konnte, meine Meinung sagen, vor allem wenn mir etwas nicht so gut gefallen hat (z.B. war ich absolut uebermuedet, wir waren bis 1 Uhr nachts auf so ner Veranstaltung, ein staedtischer GEsangswettbewerb, der mir jetzt auch nicht so gut gefallen hat, dann wollten alle noch unbedingt in eine Karaoke-Bar. Das hat nichts mit den Spanisch-Kuensten zu tun, sondern man kann dann einfach schlecht sagen, Nein, keine Lust, ich will schlafen, weil das bedeuten wuerde, dass einer mich nach Hause bringen muss und da bleiben (Haus rel. ausserhalb und allein etwas unheimlich). Also was mir schwer gefallen ist ode rnoch faellt, ist diese Abhaengigket. SanBOrja ist etwas groesser als Reyes, auch etwas gefaherlicher. Unser Haus, also von Yuyis Familie das alte Haus, ist eben etwas ausserhalb und da kann man nicht alleine abends hinlaufen oder allein uebernachten, ist zu gefaehrlich. Also musste ich immer dabei bleiben, bis Yuyi auch gehen wollte, und wir sind jeden Abend irgendwo tanzen gegangen.
Einen abend hat es richtig spass gemacht, wir haben tatsaechlich viel getanztm ich hab schon ein bisschen so di taenze gelernt, MErengue, Samba und Lambada. Und CUmbia glaueb ich noch. Jedenfalls hats mri da wirklich spass gemacht. Aber jeden Abend weggehen ist auch anstrengend, vor allem weil es meistens nicht so toll ist, man sitzt um einen Tisch rum, kann sich nicht unterhalten weil die Musik viel zu laut ist (die holen alles aus dem Boxen raus was geht) und dann wird nur Bier getrunken bis zum umfallen. Die Musik ist auch immer die gleiche, und aussenrum haengen dann noch Fernseher in denen irgendwas laeuft, meistens entweder komische halbpornographische Musikvideos oder Misswahlen. (!?)
Naja, generell ist es heir eine interessante Erfahrung, aber ich freue mich wirklich, wenn die Reise jetzt (Ende naechster Woche)weiter nach La Paz und von dort aus nach Chile geht; so richtig lieb gewonnen habe ich das Leben in Bolivien nicht.
Irgendwie habe ich auch gemerkt, dass ich mit den Menschen nicht so warm geworden bin. Liegt vielleicht auch einfach an meiner Haltung, dass ich nciht offen genug bin und mich zusehr beeinflussen lasse von meiner "deutschen" Meinung den Dingen gegenueber, aber es muss einem ja auch nicht ueberall gefallen.
Vorgestern zum Beispiel waren wir auf der Plaza tanzen, das hat auch irgendwie schon zur Fiesta gehoert. Um 5 uhr wollte ich dann gehen, war muede, woltle nicht mehr tanzen und fast alle, die an unserem Tisch sassen waren schon betrunken, irgendwie eine komische Atmosphaere. Die wollten dann aber bis 8 uhr morgens da sitzen bleiben, wollten mich nicht zum Haus fahren, wo wir wohnen und laufen konnte ich natuerlich auch nicht. Also habe ich mich dann bei Paolas Familie, deren Haus relativ nah ist, in die Haengematte gelegt.
Irgendwie sit danna ls ich weg war wohl die Stimmung gekippt und Yuyi hat sich mit ihrem Mann gestritten, weswegen sie dan ganzen naechsten Tag in dem Haus ausserhalb war, wo auch meine Sachen sind. WIr haben sie dann abends verpasst, ihr Mann und sie waren abends mit den Kindern dann auch in der Stadt, sind aber nicht zu unserem Treffpunkt gekommen. Heute soltle das Kind eignentlich getaufdt werden, ist aber irgendwie kurzfristig flach gefallen. Ich dachte, wir fahren mit ihnen dann zusammen zum Haus abends, schliesslich ist da auch unser Bett. Die sind aber dann davpon ausgegangen wir schalfen wieder bei Paola, weil sie ihre Ruhe haben wollten. Ich hatte aber immer noch vom vorabend die Klamotten an und kein Waschzeug und wollte mich einfach mal umziehen, tagsueber konnten wir ja aber nicht zum Haus. Irgendwie sind die dann einfach ohne uns bescheid zu sagen zum Haus zurueck gefahren und haben sich ins Bett gelegt. Wir haben dann also spaeter ein TAxi dorthin genommen, einfach dass ich mich auch zum schlafen umziehen konnte und dass man mal einen Moment Ruhe hat (in dem andren Haus ist imemr Rambazamba, da wohnen 7 Leute momentan in 2 Raeumen). Man hat gemerkt, dass es ihnen nciht so recht war, dass wir dann gekommen sind, aber sie hatten und auch nicht bescheid gesagt oder mir ne andere Moeglichkeit gegeben mir ein paar Sachen zu holen.
HEute wollten wir dann zusammen Mittagessen. Sie sind mti dem Motorrad gefahren, wir gelaufen. Als wir dann ankamen, gab es keinen Platz fuer uns. Wir haben uns dann einen Stuhl organisiert, aber irgendwie wollten sie auch ncith so richtig dass wir uns an den Tisch dazu setzen, geschweige denn irhe kleine Tochter auf den Schoss nehmen, damit wir uns Beide setzen konnten. Ein anderer Tisch wurde in dem Moment frei, in einem anderen Raum dieses Restaurants, auf den haben sie uns dann, ein Auge immer auf dem Fernsehschirm, der einen stets verfolgt, verwiesen.
Da sind wir dann gegangen.
Irgendwie schade. Auch wenn das jetzt nur so 2 Kleinigkeiten sind, woltle ich die mal ausfuehrlicher erzaehlen, weil das vielelicht zeigt, warum ich mich hier nicht so richtig wohl fuehele, es ist irgendwie ein komischer Umgang. Manchmal fuehle ich mich etwas fehl am Platze und man kann Sachen nie besprechen oder sich auf Absprachen verlassen (z.B. Mittagessen zusammen, anscheinend wollten sie dann doch nicht mit uns essen).
Ich habe aber auch shcon viele andere, sehr offene Menschen getroffen: Paolas (und Pacos) Familie zum Beispiel. Die haben insgesamt 7 Kinder, von denen momentan (mit Paola) 4 bei ihnen wohnen. da ist also imemr was los, was anstrengend sein kann, aber da herrscht irgendiwe eine gute Atosphaere. Die sind immer total aufmerksam und man fuehlt sich irgendwie willkommen. Die Freundin von Paolas Bruder ist auch ei ne Person, die ich als sehr herzlich kennen gelernt habe, sie hat mich gleich anch 2 Tagen zum Mittagessen zu sich eingeladen, die Mutter hat gut gekocht und sich gefreut,d ass ich gekommen bin. Eine total nette Familie.
Aber man merkt doch immer wieder, dass die Bolivianer irgendwie auf andere Dinge im Leben wert legen.
Ich hoffe, ich kontne ein bisschen rueberbringen, wie es mir heir so erging und bald schreib ich wieder mehr, hoffentlich enthousiastischer.
Bilder kommen dann noch.
Viele Liebe Gruesse,
Hannah