Samstag, 6. Dezember 2008

Bevor ichs vergesse...

Ach, natuerlich habe ich auch wieder Bilder ins Web-Album hinzugefuegt, damit man sich das Beschriebene vielleicht etwas besser vorstellen kann.
Hier nochmal die Adresse: http://picasaweb.google.com/Hannah.Kuhn

Von Ushuaia bis Puerto Montt

Halli Hallo,
lang lang ists her...Entschuldigt diese lange Pause, ich war ein wenig faul. Hatte aber uach nicht so viel Zeit- aaaalso, wo faengt man da an? Wo ich aufgehoert habe, in Ushuaia.
Da haben wir uns ein Busticket gekauft, um von Feuerland runter zu fahren, zum naechsten Nationalpark namens Torres del Paine, der schon in Chile liegt. Wir sind dann ca. 16 Stunden mit dem Bus (und Faehre, um Feuerland zu verlassen) nach Puerto Natales gefahren, ein Ort im Sueden Chiles. Von ort aus sind wir direkt am naechsten Morgen in den hier sehr bekannten Nationalpark Torres del Paine gefahren. Das war ein halbes Desaster. Einen Teil unserer Sachen konnte iwr in der Jugendherberge lassen, also mussten wir unsere Rucksaecke umpacken. Ausserdem mussten wir in den Supermarkt (es war Sonntag, also hatte nur einer auf...) um uns mit Lebensmittellaeden fuer die bevorstehende 6taegige Tour einzudecken. Irgendwie hatten wir uns in der Zeit verschaetzt und waren dann superknapp dran - das bedeutet in Zahlen, dass wir um viertel nach 2 in dem sonntaeglich leergefegten Ort jede mit 2 Lebensmitteltueten in der Hand rungerannt sind, um Gaskartuschen fuer den Campingkocher zu finden. Der Bus fuhr aber um halb 3 ab und es hatte weit und breit kein Geschaeft fuer Campingausruestung geoeffnet. Ich hatte mich shcon halb verlaufen und kam zufaellig an der Bushaltestelle vorbei, wo man in einem Touriladen auch GAskartuschen kaufen konnte. Da habe ich dann natuerlich total ueberteuert (die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben) Gas gekauft. Draussen kam mir der Busfahrer entgegen und meinte ihc solle endlich einsteigen. Leider waren Anna und unsere Rucksaecke noch in der Jugenherberge... Also nett gelaechelt, gefragt ob er nicht bitte bitte noch warten koenne, was er konnte, aber nur grummelnd, ud zur Jugendherberge geflitzt. Wir kamen dann rennend mit unseren Rucksaecken und essenvorraeten beim Bus mit natuerlich scon alufendem Motor und gereiztem Busfahrer an - aber: geschafft.
Die naechsten 6 Tage verbrachten wir in diesem wunderschoenen NAtionalpark mit wandern und Zelten. Wir hatten eine W-foermige Tour geplant, die auch am Grey-Gletscher vorbei fuehrte. Wir sind jeden Tag so ca. 6-8 Stunden gewandert, mit Ausnahme von 2 Tagen, an denen wir es langsam angehen lassen haben.
Ich war die ersten 2 Tage total geschafft, vor allem weil wir immer diese doofe Rucksaecke dabei hatten (ausser an Tagen). Aber danach ging es gut und hat tierisch Spass gemacht, ich habe es sehr genossen. man kommt sehr gut zur Ruhe beim Wandern und vor allem war natuerlich auch die Aussicht im Prinzip die ganze Zeit sehr besonders. So richtig Menschenleer war der Park nicht, man ist vielen anderen Touristen begegnet, vor allem an den Zeltplaetzen dann abends. War aber auch ganz nett. Nach den 6 Tagen war ich dann aber auhc das Tuetenessen (bzw. Nudeln) satt.
Wir haben einen Bus zurueck nach Puerto Natales genommen und sind von dort aus dann 2Tage spaeter weiter nach Puerto Montt, wo ich jetzt gerade bin. Das war auch wieder mal ein etwas chaotischer Aufbruch. Der Bus fuhr naemlich um viertel vor 7 morgens los und da ich die Nacht davor nicht so viel geschlafen hatte, habe ich auch leider den Wecker nicht gehoert und erst um halb 7 aufgewacht. Anna war zwar schon wach, hatte aber auch nicht auf die Uhr geschaut. Also haben wir schnell unsere Sachen zusammengeklaubt und sind losgerannt, mal wieder. Das Problem war nur, dass wir nur ein Busticket fuer den Weg nach Punta Arenas (ca. 3 Stunden weg) hatten, wo wirumstigen mussten. Da am Tag zuvor, als wir das Ticket gekauft haben, die Maschine nicht funktioniert hatte, sollten wir morgens vor der Abfahrt im Buero noch unser Ticket fuer den Weg nach Puerto Montt abholen. Da wir aber so spaet kamen, war mal wiede die Situation, dass der Busfahrer und grade noch so mitgenommen hat (der BUs war schon angefahren, hat aber fuer uns nochmal angehalten...) und war nicht dazu zu bewegen den Moment, den wir brauchten um ins Buero zu gehen, zu warten. Wir sind also so in den Bus gestiegen, weil der KOntrolleur sagte, das waere kein Problem, er koenne im Buero anrufen. Ich bin im Bus sofort eingeschlafen,w eil ich noch so muede war. Als Anna mich dann ca. zweieinhalb Stunden spaeter weckte waren wir auf einer Strasse in der Mitte von nirgendwo und der KOntrolleur bedeutet uns auszusteigen. Halb verschlafen und leicht verbluefft versuchte ich ihm dann klar zu machen, dass wir in Punta Arenas (der naechsten Stadt) umsteigen mussten und nicht irgendwo im Flachland (man konnte in alle Richtungen bis zum Horizont gucken, ernsthaft!). Vor Allem hatten wir ja nicht mal die Tickets. Er meinte aber, hier wuerde der Bus aus Punta Arenas uns abholen und die wuessten auch Bescheid wegen den Tickets. Einerseits misstrauisch und verwirrt, andererseits total uebermuedet haben wir ihm dann geglaubt, mit den Schultern gezuckt und sind als einzige Passagiere ausgestiegen. Aber wir hatten natuerlich keine Alternative auf LAger und was sollten wir anderes machen als die Schultern zucken und abwarten was passiert (meiner Erfahrung hier meistens besser als rumzudiskutieren oder das System infrage zu stellen). Wir sassen dann erst mal an irgendeiner endlos erscheinenden Strasse im Sueden Chiles, ohne Tickets, ohne eine Idee wo genau wir waren und ohne eine Ahnung wann der Bus kommen wuerde (angeblich in 10 Minuten). Zum Glueck hatten wir ausreichend Fruehstuecksproviant dabei. Also erst mal die Brote ausgepackt und abgewartet, die Situation war irgendwie viel zu absurd um sich aufzuregen oder sich die ganze Zeit Sorgen zu machen.
Nach etwa einer Stunde kam dann auch wirklich der Bus, sogar ein Doppeldeckerbus und nach dem wir dem Busfahrer einige Male erklaert hatten, wie das mit unseren Tickets gelaufen war, erinnerte er sich auch, dass er eine Kopie der Tickets dabei hatte (...). Da waren wir natuerlich erleichtert, leider folgte aber die schlimmste Busfahrt alle Zeiten. Zum einen waren wir 36 Stunden unterwegs, zum anderen ging die Klimaanlage nicht und das Fenster klemmte und es wurde heisser und heisser. WIr sassen natuerlich direkt neben dem Klo ganz hinten, wo die wenigste frische Luft und der intensivste Klogeruch waren. Da der Bus so hoch war, war es leider auch sehr schaukelig und nach einigen Metern war uns, vor allem aber Anna speiuebel. Die amerikanischen Action-Filme, die non-stop (Ton ueber Lautsprecher ) verbesserten die Situation nicht gerade. Aber auch das ging vorbei und wir kamen in der Stadt Puerto Montt an, die uns leidernicht sofort vom Hocker riss, eher heruntergekommen, und wir innerhalb der ersten halben Stunde von mehreren Leuten (inklusive Polizisten) darauf hingewiesen wurden, wie kriminell es hier ist. Das wussten wir zwar schon vorher, aber trotzdem ist es dann nochmal mehr ein beklemmendes Gefuehl. Also haben wir uns schnurstracks eine Unterkunft gesucht.
Hier in der NAehe haben Bekannte von Annas Eltern, Biologen, eine Art privaten NAtionalpark, wo sie die Pflanzen, die anscheinend sehr einzigartig sind, schuetzen und auch untersuchen. Dort konnten wir 2 Tage bleiben. Wir haben dorthineinen Bus genommen, einen ganz kleinen undnur fuer eine halbe Stunde. Das Haus und das ganze Grundstueck waren einfach traumhaft, ein kleines Paradies und ganz in der Naehe vom Meer. Im Gegensatz zum noch recht frischen Sueden ist es hier jetzt sehr warm, um die 30 Grad. Hier soll es sehr viel regnen aber mit dem Wetter haben wir totales Gleuck, die Sonne scheint die ganze Zeit.
Wir haben dort jedenfalls Anna Corcuera kennen gelernt, eine ca. 60 jaehrige Dame, die einen sehr gestandenen Eindruck machte und total nett war. Mit ihr haben wir die anderthalb Tage verbracht, ihr Mann ist momentan in Concepción, wo sie beide eigentlich leben und arbeiten. Dort haben wir uns den Wald, fast wie ein Regenwald nur eben nicht tropisch, angeschaut und die Ruhe und die Sonne genossen. Heute sind wir wieder heir in Puerto Montt und fahren spaeter weiter in einen kleinen nahegelegenen Ort namens Puerto Varas, der an einem See liegt. Da schlagen wir dann noch fuer 2-3 Naechte unser Zelt auf, bevor es endgueltig gen Norden und damit schon Richtung Deutschland geht. Wir fahren noch NAch Temuco in den naechsten Tagen, wieder zu Javieras Familie und von dort aus weiter nach Norden, bis wir dann in Santiago landen, von wo aus ich dann "schon" wieder den Heimweg antrete. Einerseits freue ich mich und denke mir es wird auch langsam Zeit, andererseits scheint mir das alles noch sehr weit weg und ich habe das Gefuehl ich koennte noch eine Weile so weiter leben. Vor allem hat man das Gefuehl, nie genug Zeit zu haben, um alles zu sehen. Aber so ist das im Leben nunmal, den Anspruch darf ich gar nicht haben...
Also, mal wieder meinen Bericht auf den aktuellen Stand gebracht.
Viele liebe Gruesse und jetzt schon bis bald,
Hannah